Frank Lehmann

Dampf ist aus der Industrie nicht wegzudenken. Ob Lebensmittel, Chemie, Pharma oder Papier – Dampf treibt Prozesse an, sterilisiert, erhitzt, trocknet. Das Problem: Klassische Dampferzeugung basiert fast immer auf fossilen Brennstoffen. Genau hier setzt die SteamBattery an und denkt Dampferzeugung komplett neu.

 

Was ist die SteamBattery – kurz erklärt

Die SteamBattery ist ein thermischer Energiespeicher mit integrierter Dampferzeugung. Statt Gas zu verbrennen, nutzt sie elektrische Energie – idealerweise aus erneuerbaren Quellen – um Wasser zu erhitzen und Energie in Form von unter Druck gespeichertem Heißwasser zu speichern. Wenn Dampf gebraucht wird, wird diese Energie wieder freigesetzt. Direkt, schnell und exakt dann, wenn der Prozess sie braucht.

 

Die Funktionsweise: clever einfach

Das Prinzip dahinter ist überraschend elegant:

  1. Energie laden
    Elektrische Heizelemente wandeln Strom in Wärme um und erhitzen das Wasser im System. Durch Speicherung unter Druck bleibt das Wasser flüssig – mit hoher Energiedichte. 
  2. Energie speichern
    Das Wasser dient gleichzeitig als Speicher- und Wärmetransportmedium. Kein exotisches Material, keine Chemie – einfach Wasser. Sicher, sauber und langlebig.
  3. Dampf erzeugen, wann benötigt
    Sinkt der Druck gezielt ab, wird ein Teil des heißen Wassers zu Dampf. Dieser wird direkt ins bestehende Dampfsystem eingespeist – ohne Verzögerung. 
    Das Ergebnis: Dampf auf Abruf, ohne Kesselstartzeiten, ohne Verbrennung und ohne Lastprobleme im Stromnetz.
 
erneuerbare Stromquellen versorgen die SteamBattery

SteamBattery als ergänzende Lösung zum Dampfkessel

Warum das besonders gut zu modernen Prozessen passt

Industrieprozesse heute sind selten konstant. Viele sind batch-basiert, haben Lastspitzen oder arbeiten mit stark wechselndem Dampfbedarf. Klassische Boiler mögen das nicht. Genau dafür ist die SteamBattery ausgelegt. Sie ist besonders geeignet für:

  • Batch-Prozesse
    Ideal für Brauereien, Molkereien, Sterilisation oder Autoklaven. Energie kann zwischengespeichert und punktgenau abgerufen werden.
  • Prozesse mit stark schwankender Dampflast
    Zum Beispiel in der Lebensmittelproduktion, Textilindustrie oder bei Reinigungsprozessen (CIP/SIP).
  • Standorte mit begrenzter elektrischer Infrastruktur
    Die SteamBattery kann langsam geladen werden (z. B. nachts oder bei PV-Überschuss) und entkoppelt so Stromaufnahme und Dampfabgabe.
  • Hybrid-Setups
    Als Ergänzung zum bestehenden Kessel. Sie puffert Lastspitzen ab oder dient als Backup, falls der Hauptkessel ausfällt.

 

Nachhaltigkeit ohne Systembruch

Ein großer Vorteil: Die bestehende Dampf-Infrastruktur bleibt erhalten. Rohrleitungen, Ventile, Verbraucher – alles kann weiter genutzt werden. Das senkt Investitionskosten, minimiert Stillstandszeiten und macht die Umstellung auf elektrische, CO₂-freie Dampferzeugung realistisch.

Wenn die SteamBattery mit Ökostrom betrieben wird, ermöglicht sie null CO₂-Emissionen am Einsatzort (Scope 1 & 2). Pro Tonne erzeugtem Dampf lassen sich im Vergleich zu einem Gasboiler rund 150 kg CO₂ einsparen.

 

Fazit: Ein echtes Upgrade für Steam-Prozesse

Die SteamBattery ist kein Experiment, sondern eine praxisnahe Antwort auf echte Industrieprobleme: Dekarbonisierung, volatile Energiepreise, Netzinstabilität und hohe Prozessanforderungen. Sie verbindet das Vertraute – Dampf – mit dem, was moderne Industrie braucht: Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit.

 

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