Ein umfassender Überblick über den Verbrennungsprozess, einschließlich Brennertypen und -steuerungen sowie Wärmeleistung und Verluste.
Dieses Modul soll einen allgemeinen Überblick über den Verbrennungsprozess geben, welcher ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Kesselwirkungsgrads ist. Leser, welche tiefergehende Informationen benötigen, werden an spezielle Lehrbücher oder Brennerhersteller verwiesen.
Der Kesselwirkungsgrad setzt normalerweise den Energie-Output mit dem Energie-Input ins Verhältnis, üblicherweise ausgedrückt als Prozentsatz:
„Vom Dampf abgeführte Energie“ und „vom Brennstoff zugeführte Energie“ werden in den folgenden zwei Abschnitten näher beschrieben.
Der Brennwert
Dieser Wert kann auf die zwei Arten „Gesamt“- oder „Netto“-Brennwert ausgedrückt werden.
Gesamt-Brennwert
Das ist die theoretische Gesamtenergiemenge im Brennstoff. Alle gängigen Brennstoffe beinhalten jedoch Wasserstoff, der mit Sauerstoff verbrennt und Wasser bildet, welches durch den Schornstein als Dampf entweicht.
Der Gesamt-Brennwert des Brennstoffes beinhaltet die Energie, die zur Verdampfung dieses Wassers aufgebracht wird. Die Rauchgase in Dampfkesselanlagen kondensieren nicht und daher reduziert sich die tatsächliche Energiemenge, die der Kesselanlage zu Verfügung steht.
Die genaue Regelung der Luftmenge ist daher für den Kesselwirkungsgrad immens wichtig:
Tabelle 3.6.1 Werte für den Brennstoff Öl
| Ölsorte - Grad | Gesamtbrennwert (MJ/I) |
| Leichtöl - E | 40,1 |
| Heizöl - F | 40,6 |
| Schweröl - G | 41,1 |
| Bunkeröl - H | 41,8 |
Tabelle 3.6.2 Werte für den Brennstoff Gas
| Gasart | Gesamtbrennwert (MJ/m³ bei Normalbedingungen) |
| Erdgas | 38,0 |
| Propangas | 93,0 |
| Butangas | 122,0 |
Netto-Brennwert
Dies ist der Brennwert des Brennstoffes, ohne die Energie im Dampf, die über den Kamin abgeführt wird, und dieser Wert wird normalerweise verwendet, um Kesselwirkungsgrade zu berechnen. Vereinfacht ausgedrückt:
Die genaue Regelung der Luftmenge ist daher für den Kesselwirkungsgrad immens wichtig:
In der Praxis gibt es jedoch einige Hindernissen, um eine vollständige (stöchiometrische) Verbrennung zu erzielen:
Um eine vollständige Verbrennung zu ermöglichen, muss ein Anteil an „überschüssiger“ Luft bereitgestellt werden. Dies hat wiederum einen Einfluss auf den Kesselwirkungsgrad.
Die Regelung des Luft-/Brennstoff-Mischungsverhältnisses bei vielen kleinen bestehenden Kesselanlagen ist ein „offener“ Regelkreis. Das bedeutet, dass der Brenner eine Reihe von Nocken und Hebeln besitzt, welche so eingestellt sind, dass sie bei einer bestimmten Feuerleistung für spezifische Luftmengen sorgen.
Da dies mechanische Einrichtungen sind, verschleißen sie natürlich und benötigen bisweilen eine Kalibrierung. Sie müssen daher regelmäßig gewartet und eingestellt werden.
In größeren Anlagen sind „geschlossene“ Regelkreise verbaut, die Sauerstoffsensoren im Brennstoff nutzen, um die Verbrennungsluftklappen zu regeln.
Luftleckagen in der Kesselbrennkammer haben einen negativen Einfluss auf die genaue Regelung des Verbrennungsprozesses.
Derzeit gibt es eine globale Verpflichtungserklärung zu einem Klimawandel-Programm, und 160 Länder haben 1997 das Kyoto-Protokoll unterzeichnet. Diese Länder haben zugestimmt, konstruktive und eigenständige Schritte zu unternehmen, um:
In Großbritannien wird diese Verpflichtungserklärung „The UK National Air Quality Strategy“ genannt, und diese wirkt sich auf eine Reihe von Gesetzen und Vorschriften aus. Andere Länder haben ähnliche Vorgehensweisen.
Der Druck der Gesetzgebung im Hinblick auf Umweltverschmutzung und von Kesselbetreibern im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, in Kombination mit dem Leistungsvermögen von Mikrochips, haben die Konstruktion sowohl der Verbrennungskammern im Kessel als auch die der Brenner wesentlich vorangetrieben.
Moderne Kessel mit den neuesten Brennern haben daher
Nachdem wir das Brennverhalten im Verbrennungsraum des Kessels besprochen haben, insbesondere die Wichtigkeit der korrekten Luftverhältnisse, die mit einer vollständigen und effizienten Verbrennung in Verbindung stehen, müssen noch andere potentielle Ursachen für Wärmeverluste und Unwirtschaftlichkeit betrachtet werden.
Wärmeverluste bei den Rauchgasen
Dies ist vermutlich die größte Einzelursache für Wärmeverluste, und ein Konstrukteur kann die meisten dieser Verluste reduzieren.
Diese Verluste stehen in engem Zusammenhang mit der Temperatur der Gase, die den Verbrennungsraum verlassen. Logischerweise ist der Kessel umso unwirtschaftlicher, umso heißer die Gase im Kamin sind.
Die Gase können auf Grund einer der zwei folgenden Gründe zu heiß sein:
Man muss hier aber vorsichtig sein – eine zu weite Abkühlung der Rauchgase kann zu einem Temperaturabfall unter den Taupunkt führen, und die Gefahr von Korrosion steigt auf Grund von:
Strahlungsverluste
Da der Kessel wärmer als sein Umfeld ist, wird ein Teil seiner Wärme an die Umgebung übertragen. Beschädigte oder schlecht angebrachte Isolation wird diese möglichen Wärmeverluste massiv steigern.
Ein einigermaßen gut isolierter Großraumwasser- oder Wasserrohrkessel mit 5 MW oder mehr verliert zwischen 0,3 und 0,5 % seiner Energie an die Umgebung.
Dies scheint keine große Menge zu sein, aber man muss daran denken, dass dies 0,3 bis 0,5 % der Volllastleistung des Kessels ausmacht, und diese Verluste konstant bleiben, auch wenn der Kessel keinen Dampf in die Anlage liefert und sich nur im Stand-by befindet.
Dies zeigt, dass eine Kesselanlage nahe an ihrer maximalen Kapazität betrieben werden sollte, um effizienter zu arbeiten. Das erfordert im Gegenzug eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kesselhausmitarbeitern und den Produktionsabteilungen.
Tabelle 3.6.3 Typische Nettowirkungsgrade von Kesseln
| Kesseltyp | Nettowirkungsgrad (%) |
| Kompaktkessel, drei Züge | 87 |
| Wasserrohrkessel mit Economiser | 85 |
| Moderner Kessel, zwei Züge | 78 |
| Lancashire-Kessel | 65 |
| Lancashire-Kessel mit Economiser | 75 |
Eine wichtige Aufgabe der Brenner ist das Reduzierverhältnis. Dieses wird normalerweise als Verhältnis ausgedrückt und dadurch ermittelt, dass die maximale Feuerleistung durch die minimale regelbare Feuerleistung dividiert wird.
Dabei geht es nicht nur darum, verschiedene Brennstoffmengen in den Kessel zu pumpen, sondern es ist in zunehmendem Maße von wirtschaftlicher und rechtlicher Bedeutung, dass der Brenner für eine effiziente und genaue Verbrennung sorgt und über seinen gesamten Arbeitsbereich zunehmend strengeren Abgasvorschriften gerecht wird.
Wie bereits erwähnt wurde, ist Kohle als Brennstoff eher auf spezielle Anwendungen, wie beispielsweise Wasserrohrkessel in Kraftwerken, beschränkt. Die folgenden Abschnitte in diesem Modul werden sich mit den häufigsten Brennstoffen für Großraumwasserkessel beschäftigen.
Um Heizöl wirtschaftlich zu verbrennen, ist ein großes Verhältnis der Brennstoffoberfläche zu seinem Volumen erforderlich. Aus Erfahrung weiß man, dass hierfür Ölpartikel im Bereich zwischen 20 und 40 µm am besten geeignet sind.
Partikel, die:
Ein sehr wichtiger Aspekt der Ölfeuerung ist die Viskosität. Die Viskosität von Öl ändert sich mit der Temperatur: umso heißer das Öl ist, umso leichter fließt es. Tatsächlich wissen die meisten Leute, dass Schweröl erwärmt werden muss, damit es ungehindert fließen kann. Weniger bekannt ist, dass eine Temperaturänderung und damit die Änderung der Viskosität einen Einfluss auf die Größe der in der Brennerdüse erzeugten Ölpartikel hat.
Daher muss die Temperatur genau geregelt werden, um gleichbleibende Bedingungen in der Düse zu erzeugen.
Gebläsebrenner (Düsenbrenner)
Ein Gebläsebrenner ist einfach eine Blende am Ende eines druckbeaufschlagten Rohres. Üblicherweise bewegt sich der Druck des Heizöls zwischen 7 und 15 bar.
Der starke Druckabfall, der innerhalb des Arbeitsbereichs über diese Blende entsteht, wenn der Brennstoff in den Brennraum geleitet wird, führt zu einer Zerstäubung des Brennstoffs. Derselbe Effekt wird erzeugt, wenn man einen Daumen auf das Ende eines Gartenschlauchs drückt.
Eine Änderung des Heizöldrucks kurz vor der Blende (Düse) regelt den Brennstoffdurchsatz des Brenners.
Wenn der Brennstoffdurchsatz um 50 % verringert wird, reduziert sich die Energie für die Zerstäubung um 25 %. Das bedeutet, dass bei dieser speziellen Düse das nutzbare Reduzierverhältnis auf etwa 2:1 begrenzt ist. Um diese Begrenzung zu umgehen, werden Gebläsebrenner mit einer Reihe von auswechselbaren Düsen geliefert, um sich unterschiedlichen Kessellasten anpassen zu können.
Vorteile von Gebläsebrennern:
Nachteile von Gebläsebrennern:
Das Heizöl wird in einer zentralen Leitung nach vorne gefördert und auf die innere Oberfläche eines schnell rotierenden Konus (Becher) geleitet. Da sich das Öl im Becher (Konus) weiterbewegt (auf Grund einer fehlenden Zentripetalkraft), wird der Ölfilm zunehmend dünner, da der Umfang des Bechers größer wird. Letztendlich löst sich das Heizöl als feiner Sprühnebel vom Rand des Konus.
Da die Zerstäubung durch die Drehbewegung des Bechers erzeugt wird und nicht vom Zustand des Öls (d. h. Druck), ist das Reduzierverhältnis viel größer als bei einem Gebläsebrenner.
Vorteile von Drehzerstäuber-Brennern
Nachteile von Drehzerstäuber-Brennern
Derzeit ist Gas vermutlich der weitverbreitetste Brennstoff in Großbritannien.
Da es sich um ein Gas handelt, ist die Zerstäubung kein Thema, und für eine Verbrennung ist nur die richtige Mischung von Gas und der entsprechenden Menge an Luft erforderlich.
Es werden zwei Arten von Gasbrennern verwendet, “Niederdruck-“ und “Hochdruck-Brenner“.
Niederdruck-Brenner
Diese arbeiten bei geringen Drücken zwischen normalerweise 2,5 und 10 mbar. Der Brenner ist eine einfache Venturidüse mit Gaseinleitung im Halsbereich und Ansaugung der Verbrennungsluft aus der Umgebung.
Die Leistung ist auf ungefähr 1 MW limitiert.
Hochdruck-Brenner
Diese arbeiten bei höheren Drücken zwischen normalerweise 12 und 175 mbar und können auch noch zusätzliche Düsen beinhalten, um eine gewisse Flammenform zu erzeugen.
Die große Mehrheit der Unternehmen in Großbritannien nutzt den attraktiven „unterbrechbaren“ Gastarif. Viele dieser Unternehmen müssen jedoch ihren Betrieb aufrechterhalten, auch wenn die Gasversorgung unterbrochen wird.
Üblicherweise ist vor Ort eine Heizölversorgung vorhanden und mit dieser den Brenner zu befeuern, wenn kein Gas zu Verfügung steht. Dies führte zur Entwicklung von Zweistoffbrennern.
Diese Brenner sind für Gas als Primärbrennstoff ausgelegt, haben aber auch die zusätzliche Möglichkeit, Heizöl zu verbrennen.
Die Ankündigung des Gasunternehmens, dass die Versorgung unterbrochen wird, kann sehr kurzfristig erfolgen, so dass die Umschaltung auf Heizölfeuerung so schnell wie möglich erfolgen muss. Die übliche Vorgehensweise ist hierbei:
Dieser Vorgang kann in einem ziemlich kurzen Zeitraum ausgeführt werden. In einigen Betrieben wird dieser Wechsel im Rahmen regelmäßiger Übungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Bedienpersonal mit dem Ablauf vertraut ist und die notwendigen Ausrüstungsteile vorhanden sind.
Da das Heizöl jedoch nur als Reserve dient und wahrscheinlich nur für kurze Zeiträume genutzt wird, kann die Einrichtung für die Ölfeuerung sehr einfach gestaltet sein.
In technisch ausgefeilteren Anlagen mit einer sehr hochwertigen Kesselanlage werden der/die Gasbrenner ggf. entfernt und durch Ölbrenner ersetzt.
Tabelle 3.6.4 Typische nutzbare Reduzierverhältnisse für die verschiedenen Brennertypen
| Brennertyp | Reduzierverhältnis |
| Gebläsebrenner | 2:1 |
| Drehzerstäuber-Brenner | 4:1 |
| Gasbrenner | 5:1 |
Der Leser sollte wissen, dass die Brennerregelung nicht isoliert betrachtet werden kann. Der Brenner, die Brennerregelung und die Niveauregelung sollten kompatibel und aufeinander abgestimmt sein, um die Dampfbedarfe der Anlage auf effiziente Weise zu decken.
Die nächsten Abschnitte beschreiben grob die wesentlichen Brennersteuerungen.
An-/Aus-Regelsystem
Das ist das einfachste Regelsystem und bedeutet, dass der Brenner mit voller Leistung feuert oder aus ist. Der größte Nachteil dieser Regelmethode ist, dass jedes Mal, wenn der Brenner feuert, der Kessel großen und oft häufigen Temperaturschocks ausgesetzt ist. Der Einsatz sollte daher auf kleine Kessel bis 500 kg/h beschränkt werden.
Vorteile eines An-/Aus-Regelsystems:
Nachteile eines An-/Aus-Regelsystems:
Wenn eine große Last am Kessel anfällt, kurz nachdem sich der Brenner ausgeschaltet hat, verringert sich die verfügbare Dampfmenge. Im schlimmsten Fall kann das zum Schäumen des Kessels und zu seiner Abschaltung führen.
Zweistufiges Regelsystem
Dies ist ein etwas aufwendigeres System, bei dem der Brenner zwei Feuerleistungen hat. Der Kessel arbeitet zuerst auf der niedrigeren Feuerleistung und schaltet bei Bedarf auf die volle Feuerleistung um, und vermeidet somit eine sehr großen Temperaturschock. Der Brenner kann bei reduzierter Last auch zurück auf die geringe Feuerleistung geschaltet werden und somit wiederum die thermischen Spannungen im Kessel begrenzen. Dieses System wird normalerweise im Kessel mit einer Leistung von bis zu 5000 kg/h eingebaut.
Vorteile eines zweistufigen Regelsystems:
Nachteile eines zweistufigen Regelsystems:
Stetiges Regelsystem
Eine stetige Brennerregelung passt die Feuerleistung über das gesamte Reduzierverhältnis an die Kessellast an. Jedes Mal, wenn der Brenner ausschaltet und wieder zündet, muss das System gespült werden, indem kalte Luft durch die Kesselzüge geblasen wird. Das verschwendet Energie und reduziert den Wirkungsgrad. Stetige Regelung bedeutet jedoch, dass der Kessel über den gesamten Arbeitsbereich feuert, um den thermischen Wirkungsgrad zu maximieren und thermische Spannungen zu minimieren. Diese Regelungsart kann für jede Kesselgröße verwendet werden, sollte aber bei Kesseln über 10 000 kg/h immer eingebaut sein.
Vorteile eines stetigen Regelsystems:
Der Kessel ist noch besser in der Lage, mit großen und wechselnden Lasten zurechtzukommen.
Grund dafür ist:
Nachteile eines stetigen Regelsystems: